Hof am Gölmbach

Zucht und Erhaltung alter Nutztierrassen

MURNAU-WERDENFELSER RIND

  

Am Anfang war ein Traum...... 

Mit den beiden Herdbuchtieren "SOPHIA" und "SORA" erfüllte sich Anfang 2011 der Traum unserer Zucht mit Murnau-Werdenfelser Rindern.

Wir wollten eine Rinderrasse züchten, die attraktiv, widerstandsfähig und genügsam ist, die für Wachstum und Entwicklung keine Produkte von " unserem Teller " braucht, sondern mit Grünfutter auskommt. Mit dem Futter, was der Mensch nicht verwerten kann, aus dem aber diese Rinder hervorragende Milch und schmackhaftes Fleisch produzieren können. 

Eigentlich wäre fast jede ursprüngliche Rinderrasse hierfür geeignet, doch entstanden aus den Kindheitserinnerungen,.... der Urlaub auf der Alm , ....die Rinder mit den "schönen Augen ", war es ein bayrisches "Rindvieh", auf das unsere Wahl fiel.

 


 

Sophia 

* 02.09.2005  V: Roemi   M: Seba

Bewertung: 8/8/7

 

 

Sophia legte den Grundstein unserer Zucht mit M-W. Rindern. Ich hatte das große Glück sie aus der langjährigen Zucht von Dr. Klaus Schedel aus Memmingen zu erwerben. Mit ihrer wertvollen Genetik, die mütterlicherseits bis in die späten 40-iger Jahre zurückreicht ist Sophia eine noch "lebende Genreserve ". Eine sehr großrahmige Kuh von hellbrauner Farbe., die innerhalb kürzester Zeit die Leitposition in unserer Herde übernahm. Sie wirkt sehr distanziert, man könnte fast meinen, ihr Herz hat Bayern nie verlassen.

Sophia's erste Nachzucht in Todendorf

Stolz präsentieren wir unseren ersten MW-Nachwuchs.
Am 11.11.2011 erblickte unser Kuhkälbchen SELLA das Licht vom Hof am Gölmbach.

 

 


 

Sella vom Gölmbach

* 11.11.2011  V: Ramses   M: Sophia

Bewertung: 7/7/6

 

 Ein Spiegelbild ihrer Mutter ist unsere Sella. Hin-und hergerissen zwischen Zugänglichkeit und Distanziertheit. Sella muss man stets im Auge haben und ihre launischen Tage vor ihr erkennen! Sie besitzt den sprichwörtlichen bayrischen Dickschädel. Ein kleines und zumindest für mich bildschönes Rind mit rotbraunem sehr lockigem  Fell im Winter.  Sella , eine einzigartige Persönlichkeit, allerdings nicht für jedermann gleich erkennbar.

Sella ist auf jeden Fall eine Bereicherung für unsere Zucht und führt mit der seltenen Linie ihrer Mutter, die langlebige Kühe mit bisher kaum genutzter Genetik aufweist, fort. 

 


  

Xepp`l 

* 01.05.2012 V: Xoeres M: Josy 1

Bewertung: 8/7/8

 

 

! VERKAUFT ! 

Am 28. April 2017 machte sich unser großer Bub auf den Weg zurück in seine Heimat Bayern. Wir wünschen den neuen Besitzern viel Freude und Nachwuchs mit dem lieben Xeppi! 

 Nach langer Suche wurde Xepp`l damals im März 2013 von der Familie Kaiser aus Herrieden (Franken) erworben. Von der Linienführung her passte er sehr gut zu unseren beiden Mädels.. Xepp`l war der ruhige Pol der Herde, souverän und in sich ruhend genoß er jegliche Art von Streicheleinheiten. Diese Eigenschaften wurden von ihm stets vererbt.

 


  

Sonate vom Gölmbach

* 29.03.2014  V: Xepp'l   M: Sella vom Gölmbach

 

 

 Sonate ist leider ein Flaschenkind. Erstgebärende Kühe, auch Kalbinnen oder Fersen genannt, tun sich mit ihrer neuen Rolle als Mutter manchmal schwer. Muttergefühl zu entwickeln braucht Zeit. Sonate wurde unter Narkose in Steißlage geboren. Sella konnte nach diesem traumatischen Erlebnis keine Beziehung zu ihrem Kalb aufbauen, hin-und hergerissen zwischen Mutterinstinkt und Ablehnung war die Situation für Sella und  Sonate sehr schwierig und so entschlossen wir uns, die Kleine mit der Flasche aufzuziehen. Heute erinnert nichts mehr an die anfänglichen Schwierigkeiten. Durch diese anfängliche enge Bindung zu uns Menschen hat sich aus Sonate unser anhängliches und halfterführiges " Bienchen " entwickelt. Der ganze Stolz unseres Sohnes. 

 

 


  

Xander vom Gölmbach

* 06.04.2015  V: Xepp`l  M: Sella vom Gölmbach

Der kleine Xander ist das zweite Kalb aus der Verbindung Xepp`l/Sella. Die Vereinigung dreier Linien, Ramses, Xerxes und Römer  garantieren Xander eine wertvolle Genetik.

   

! VERKAUFT !

Am 27.01.2016 verließ Xander unseren Hof um in  Zukunft in Franken für Nachwuchs zu sorgen. Wir wünschen den neuen Besitzern viel Erfolg und Spaß mit unserem " Torfkopf ".

 

Auf Grund der oben genannten wertvollen Genetik wurde der Xander von der Familie Kaiser für einige Zeit auf eine Besamungsstation gegeben, seine Gene, für die Nachwelt erhalten !!

 Er stammt zwar aus der weit verbreiteten Xerxes-Xaver-Linie, er ist aber mit allen anderen Besamungsbullen dieser Linie nicht mehr verwandt. Ein Bericht hierüber ist in der Ausgabe 1. Quartal März 1/2018 in der ARCHE NOVA zu finden.

 


  

Josefine

*. 11.04.2015, V: Rakete, M.: Josefine 2

 

Am 26.01.2016 zog Josefine eine sandfarbene " Rakete-Tochter " aus der Zucht von Familie Kaiser aus Herrieden bei uns ein. Unsere " Winnie Fred " erwartet im August ihr erstes Kalb, Vater ist Xampel.

 


  

Xampel

* 14.01.2016, V.: Xery, M.: - 158 -

 Xampel, unser Neuzugang vom 29. Oktober 2016 wurde auf dem Gestüt Schwaiganger gezogen. Mütterlicherseits geht er auf eine sehr alte Linie zurück, aus der eher feine und edle Tiere hervorgegangen sind. Eben diesen feinen Knochenbau sowie seine helle Semmelfarbe werden von ihm an seinen Nachwuchs vererbt. 

 

Ab Herbst 2018 sucht unser " Xampi " einen neuen Wirkungskreis!

 


 

Sinfonie vom Gölmbach 

* 02.03.2017, V.: Xepp'l M.: Sella vom Gölmbach

Das dritte Kalb aus der Verbindung Xepp'l und Sella ist die kleine Sinfonie. Bei ihrer Geburt schon sehr groß und kräftig, entpuppt sie sich schon nach wenigen Stunden als pures Energiebündel, die einem im wahrsten Sinne des Wortes, die Haare vom Kopf lutscht! Einmal angekuschelt ist nichts vor ihr sicher. Auch hier erfolgte kurz nach der Geburt eine Trennung von der Mutter. Ein Wirrwarr der Hormone ließ Sella wieder mal die ersten Tage völlig durchdrehen. Also hieß es für uns wieder abmelken und füttern. Doch am 7. Tag wollte dann Sella ihr Kalb doch lieber selber versorgen! Every year the same :-)

 

 


 

Xing vom Gölmbach 

∗02.12.2017, V.: Xampel M.: Sonate vom Gölmbach

Der kleine " Hopp " Xing ist das zweite Kalb unserer Handaufzuchtkuh Sonate. Obwohl sie nie die Fürsorge ihrer eigenen Mutter erfahren konnte, ist Sonate eine zärtliche und vorbildliche Mutter. Ihr kleiner Xing wird ständig umsorgt und abgeschleckt. Der tägliche Umgang mit uns sowie der Kontakt auch zu Pferden, Ferkeln und Schweinen gefällt dem jungen Mann sehr gut und er ist stets neugierig auf alles, was noch kommt. Sein Vater Xampel hat seine geringe Größe an seinen Sohn weitergegeben..

 

! Xing geht im Oktober 2018 noch höher in den Norden !

 


 

Xanadu vom Gölmbach

* 14.06.2018 , V.: Xampel M.: Sinfonie vom Gölmbach

 

 


X-Ray vom Gölmbach

* 12.07.2018   V.: Xampel   M.: Sella

Genau wie sein Halbbruder Xander vereint X-Ray die drei Bullenlinien Ramses, Xerxes und Römer.

Auch hier ist wieder die Mutterlinie über Sella, Sophia und Seba besonders wertvoll.

 


 

Die Rasse

Alle heutigen Rinderrassen Europas gehen auf die keltischen und illyrischen Rinderschläge der Frühzeit zurück. Die M-W-Rasse entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus Kreuzungen des Oberinntaler- und des Graubündner Grauviehs, des Allgäuer- und Schweizer Braunviehs, sowie das Mürztaler-, Murbodener- und Ellinger Viehs.

Ursprungsgebiet der Rasse ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und der südliche Teil des Landkreises Weilheim-Schongau. Hier entstand ein robustes mittelrahmiges Rind mit braun-gelber Farbe, zum Teil mit Tönungen von rotbraun bis schwarzbraun, semmelfarbig, auch strohgelb oder sandfarben mit schwarzen Hornspitzen, schwarzem Flotzmaul, schwarzer Schwanzquaste und schwarzen Klauen.

 

 Über die Länge des Rückens ist oft ein heller Streifen, der sogenannte Aalstrich zu sehen. Es zeichnet sich besonders durch hohe Vitalität, hervorragende Muttereigenschaften, Genügsamkeit, hohe Fruchtbarkeit, harter Klaue, Langlebigkeit und somit lange "Nutzungsdauer" aus. Aufgrund ihrer Entstehung in den Niederungen des Murnauer Mooses ist sie die einzige deutsche Rasse, die an Moor- und Sumpflandschaften angepasst ist und hiermit anderen Rinderrassen überlegen. Kühe dieser Rasse erreichen ein Gewicht von 500-600 kg, Bullen werden erheblich schwerer mit 850-950 kg.

Es ist eine sehr dekorative Tierrasse, die sich viel vom Aussehen des naturnahen alteuropäischen Rindes bewahrt hat. 


  

Der Bestand

Leider nahmen die Tierzahlen v.a. nach dem zweiten Weltkrieg stetig weiter ab. In den 60er Jahren wurde das Murnau-Werdenfelser Rind vor allem durch milchleistungsbetonte Rassen wie Fleck- oder Braunvieh abgelöst. Das typische Dreinutzungsrind, besonders die Ochsen die bei den Landwirten als ausdauernde und zuverlässige Arbeitstiere galten, hatte wie so viele andere Rassen auch, ausgedient.

 

 

Wir halten und züchten auf unserem Hof nur " Original Murnau-Werdenfelser Rinder ", d.h. Rinder ohne Tarentaise-Einkreuzung.Mehr über unsere Zucht

Das Tarenteser Rind ( franz. Tarentaise) ist eine Rinderrasse aus der Tarentaise in Savoyen im Osten Frankreichs. Die höchstgelegene Landschaft Europas. Bedingt durch diese Lage sind die Tiere an ein extrem raues Klima angepasst. Über Jahrtausende waren diese Rinder dort von anderen Rassen isoliert. Eine vermutete Verwandtschaft zu den Murnau-Werdenfelser Rindern konnte NICHT nachgewiesen werden und TROTZDEM werden leider wiederholt und vermehrt Tarentaise-Stiere in der Zucht und Besamung der Murnau-Werdenfelser Rinder eingesetzt.

Unsere Tiere werden im Herdbuch der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG geführt, regelmäßig auf Leukose und Brucellose untersucht, ebenso besitzen wir eine amtstierärztliche Bescheinigung über die BHV1-Freiheit unseres Betriebes.

 Die Murnau-Werdenfelser sind in der roten Liste der bedrohten Haustierrassen als extrem gefährdet eingestuft. Seit den Siebziger Jahren wird nun wieder vermehrt Wert auf den Erhalt dieser besonderen Rasse gelegt. Die noch vorhandenen Tiere werden meist in Mutterkuhherden gehalten, einzelne sind bei privaten Liebhabern, Tierparks oder auf Archehöfen über ganz Deutschland verteilt zu finden. Die ursprüngliche Doppelnutzung muss auf jeden Fall weiter erhalten werden, deshalb ist es aus unserer Sicht vor allem wichtig, dass neben der Milchleistung vor allem die Mutterkuhaltung nicht auf der Strecke bleibt.

Seit 2005 sind die Murnau-Werdenfelser Rinder Passagiere auf der " Arche des guten Geschmackes ", ein Projekt der Slow Food Stiftung.Slowfood

Im Jahr 2007 war das Murnau-Werdenfelser Rind die "Gefährdete Nutztierrasse des Jahres"
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Weidemanagement

Die Bewirtschaftung unserer Wiesen erfolgt ohne Einsatz von chemischen Spritz- oder Düngemitteln. Im Herbst wird der eigene Mist der Tiere auf den Heuweiden ausgebracht.

Unseren Rindern stehen in den Sommermonaten drei Umtriebsweiden mit 4-5 wöchigem Wechsel zur Verfügung. Der Wechsel der Flächen vermeidet eine Überbeanspruchung sowie eine Überdungung und beugt einem Aufschaukeln von Keimen und Parasiten vor. Wir praktizieren hier eine Mischbeweidung mit Ponies und Schweinen bzw. wechselnde Beweidung mit Pferden. Reine Pferdeweiden tendieren zu einer negativen Artenverschiebung durch selektiven Fraß und durch das Anlegen spezieller Kotstellen. Die sogenannten Geilstellen sind die bevorzugten Fressplätze der Schweine und die Ponies mit ihrem niedrigen Verbiss beseitigen die von den Rindern nur oberflächlich abgerissenen Grasbüschel. Für uns ist diese Symbiose nicht nur ökologisch wertvoll, es gibt mir persönlich beim Betreten der Weiden auch ein Gefühl von Harmonie und Zufriedenheit.

Ab November zieht unsere kleine Mutterkuhherde auf eine Standweide, von wo aus sie einen Unterstand sowie Fressplätze aufsuchen kann. In den Wintermonaten wird das selbst erzeugte Heu unserer Schnittweiden verfüttert. Unsere Rinder erhalten keinerlei Zusatzfutter.

Durch extensive Haltung haben unsere Tiere die Möglichkeit ihre sozialen Verhaltensweisen auszuleben und die Rangordnung innerhalb der Herde festzulegen.

 

 

Sophia und Sella 

Rinder können sich wesentlich besser an Kälte als an Hitze anpassen. Die ganzjährige Weidehaltung vorausgesetzt die Tiere sind bei guter Konstitution und haben eine dichtes Winterfell entwickelt, ist die natürlichste Haltungsform.


  

Zahlen ............ 

Wussten Sie: dass die Kuh 100-200 L Speichel pro Tag produziert?

Wussten Sie: dass die Kuh 8-9 Stunden pro Tag mit Wiederkäuen verbringt ?

Wussten Sie: dass der Mageninhalt der Kuh 1/5 ihres Körpergewichtes ausmacht ?

Wussten Sie: dass für die Bildung von 1 Liter Milch 400 Liter Blut durch das Euter fließen?

 

......und Nachdenkliches

Wussten Sie: dass dann das Herz einer Hochleistungskuh, die durchschnittlich 50 Liter Milch pro Tag gibt, 20.000 Liter Blut täglich durch das Euter pumpen muss ?? !! Mit der Milchmenge eines Jahres hätte diese Kuh 30 Kälber aufziehen können. Eine glückliche Kuh auf der Weide gibt durchschnittlich 20 Liter Milch pro Tag.

Wussten Sie: dass nicht nur Getreide und Soja, sondern auch Abfälle der Seifeerzeugung, Abwässer aus Molkereien und Bierbrauereien sowie Rückstände aus der Herstellung von Bioethanol oder Biodiesel zu dem sogenannten Leistungsfutter für Milchkühe verarbeitet werden ? Möchten Sie diese Milchprodukte oder das Fleisch dieser Tiere noch verzehren??

 

 

 


 

« Mit der heutigen intensiven Tierhaltung haben wir den ökologischen Nutzen der Kühe ausgeschaltet:
Die fruchtbarkeitsspendende Wirkung des Mistes und die Fähigkeit allein von Gras zu leben. »

 

Der Mensch hat es geschafft, dass aus dem Kreislauf des Lebens ein Teufelskreis aus Überdüngung und Verarmung entsteht.

Und mittendrin das von Menschenhand geschaffene bedauernswerte Rind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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